Was sind Microgreens?

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Microgreens im Glas
Microgreens sind super. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie zählen zu den sogenannten Superfoods. Das bedeutet, sie sind reich an Spurenelementen, Mineralstoffen, Vitaminen und weiteren gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Insgesamt gibt es mehr als 60 verschiedene Arten von Microgreens, die allesamt konzentrierte Nährstoffe enthalten. Das ist einer der Gründe, warum Superfoods wie Sprossen und Microgreens in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben. Was genau Microgreens sind, welche es gibt und wie sie angebaut werden können, erfahren Sie hier.

Microgreens Definition

Microgreens in der Hand
Der Begriff Microgreens kann auf Deutsch mit Mikrogrün, Keimgrün, Sprossengrün oder Grünkraut übersetzt werden [1]. Es handelt sich dabei um Miniatur-Pflanzen (Kräuter- oder Gemüsekeimlinge), also die Babyversion oder der Setzling eines Gemüses, von einem Kraut oder von essbaren Blumen. Vergleichbar sind Microgreens mit Sprossen. Im Gegensatz zu Sprossen besitzen sie aber bereits kleine Blätter und sie benötigen Sonnenlicht und Erde zum Wachsen. Aus diesem Grund enthalten Microgreens zum Beispiel auch die sekundären Pflanzenstoffe Chlorophyll und Polyphenole.

Schon gewusst? Sekundäre Pflanzenstoffe beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse positiv. Deshalb werden ihnen eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen zugeschrieben, wie zum Beispiel entzündungshemmende Eigenschaften. Sie würden gerne wissen, welche positive Wirkung sekundäre Pflanzenstoffe noch auf Ihre Gesundheit haben kann? Oder wie es zu stillen Entzündungen kommt und wie diese unsere Gesundheit beeinflussen? Unter anderem das erfahren Sie in einem der spannenden Kapitel unserer Fernausbildung. Dort finden Sie auch andere Superfoods und Wissenswertes rund um das Thema vitalstoffreiche Ernährung.

Warum sind Microgreens so gesund?

Vitaminbombe Microgreens
Vitalstoffreich sind Microgreens auf jeden Fall: Kein anderes Gemüse strotzt wohl so vor Vitalität, Kraft und Gesundheit. Doch viele Menschen stellen sich die Frage: Warum Microgreens essen, wenn auch die ausgewachsenen Kräuter oder das eigentliche Gemüse gegessen werden kann?

Ganz einfach: weil in Microgreens mehr Nährstoffe stecken als in der ausgewachsenen Pflanze. Das liegt daran, dass die Gemüse- und Kräuterkeimlinge die geballte Energie in sich tragen, die Pflanzen benötigen, um zu wachsen. Tatsächlich weisen einige Untersuchungen darauf hin, dass in Microgreens viele Nährstoffe in konzentrierter Form vorhanden sind. Eine Studie [2] mit Fokus auf Rotkohl zeigt zum Beispiel folgendes: Rotkohl-Microgreens enthalten etwa 260-mal mehr Beta-Cartoin, 2,4 bis 6-mal mehr Vitamin C und 40-mal mehr Vitamin E als das Rotkohl-Gemüse. Welche wichtigen Funktionen Beta-Carotin, Vitamin C und E für unsere Gesundheit haben, ist ebenfalls Bestandteil unserer Fernausbildung zur Fachkompetenz für holistische Gesundheit.

Eine weitere Studie [3] untersuchte dagegen die Mineralstoffkonzentration in Brokkoli-Microgreens. Der Nährwert der Microgreens wurde quantitativ mit veröffentlichten Nährwertdaten für den reifen Brokkoli verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass in Microgreens grössere Mengen an Magnesium, Mangan, Kupfer und Zink stecken, als im Gemüse selbst. Im Kompost angebaute Microgreens wiesen zusätzlich sogar noch höhere Konzentrationen von Phosphor, Kalium, Eisen, Calcium und Natrium auf. Insgesamt wird von einer 4 bis 40-mal grösseren Nährstoffdichte ausgegangen. Damit haben Brokkoli-Microgreens das Potenzial, eine reiche Quelle für wichtige Nährstoffe zu sein. Ähnliches ist auch bei allen anderen Microgreens zu beobachten. Kurzum: Durch Microgreens können Sie mit wenig Aufwand viel für Ihre Gesundheit tun.

Welche Microgreens gibt es?

Verschiedene Microgreens
Die Auswahl ist wirklich gross – das Babygrün kann nämlich aus zahlreichen Arten von Kräutern, Gemüse und anderen Pflanzen entstehen. Manche sind proteinhaltig, manche schwefelhaltig und manche eignen sich besonders gut zum Würzen. Der berühmteste Vertreter der Microgreens ist vermutlich Kresse. Dabei handelt es sich um eine besonders schnell wachsende Sorte. Ebenso schnell wächst folgendes Saatgut:
  • Minze
  • Weizengras
  • Sonnenblumen
  • Amarant
  • Brokkoli
  • Senf
  • Schnittsalate
  • Rauke
  • Koriander
Wer noch nie etwas mit Microgreens zu tun hatte, sollte sich am besten erst einmal an einer schnell wachsenden Sorte versuchen. Weitere beliebte Microgreens sind zum Beispiel:
  • Basilikum
  • Fenchel
  • Dill
  • Mangold
  • Erbsen
  • Radieschen
  • Kerbel
  • Mungobohnen
  • Kohlrabi
Welches Saatgut für Microgreens nun verwendet wird, hängt buchstäblich vom persönlichem Geschmack ab. Denn dieser variiert je nach Sorte sehr. Allgemein gilt zudem, dass der Microgreens-Geschmack sehr intensiv ist. Wer also zum Beispiel Basilikum mag, kann dank Basilikum-Microgreens ein intensiveres Geschmackserlebnis kreieren. Empfehlenswert ist auch, immer auf Bio-Qualität zu achten.

Warum Sprossen selber ziehen?

Frau hält Microgreens in der Hand
Sprossen sind sozusagen die Vorstufe von Microgreens. Sie müssen demnach erst Sprossen ziehen, damit Sie Microgreens ernten können. Und das lohnt sich. Denn Microgreens sind:
  • Gesund (sehr nährstoff-, ballaststoff- und chlorophyllreich, kalorienarm, enthalten viele aktive Enzyme, hohe Bioverfügbarkeit)
  • Kostengünstig
  • Umweltfreundlich
  • Vielfältig
Microgreens können zudem von jedem angepflanzt werden – selbst in städtischen Umgebungen. Ein positiver Nebeneffekt des Anpflanzens ist das Anpflanzen selbst. Denn gewissermassen lässt sich diese Tätigkeit mit Gartenarbeit vergleichen. Und die senkt laut einer holländischen Studie die Konzentration der Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Blut. Das heisst: Wenn wir Microgreens anbauen, können wir uns ausgeglichener fühlen. [4]

Hinzu kommt, dass Sprossen an sich relativ schnell angebaut sind. Der richtige Mix aus Temperatur, Feuchtigkeit und Licht sorgt dafür, dass der Keimling aus dem Samen heranwächst. Anstatt diesen zu ernten bzw. zu essen, lässt man ihn weiter wachsen. Sobald die Sprossen grün werden und kleine Blätter bilden, sind Microgreens daraus geworden. Wie schon erwähnt, benötigen diese etwas Erde und Tageslicht, um noch weiter zu wachsen. Durch die Erde nimmt das Mikrogrün dann noch zusätzliche Nährstoffe auf. [5]

Wann und wie oft kann man Microgreens ernten?

Frau schneidet Microgreens
Nach etwa 1-2 Wochen können die Microgreens geerntet werden. Die genaue Zeit variiert je nach Sorte. Zum Ernten benötigen Sie nur eine Schere. Damit schneiden Sie das Mikrogrün einfach über der Erdlinie ab. Im Gegensatz zu den Wurzeln der Sprossen werden die Wurzeln von den Microgreens nicht mitgegessen. Da diese folglich in der Erde bleiben, wachsen Microgreens nach – zumindest die meisten von ihnen. Um die Wahrscheinlichkeit des Nachwachsens zu erhöhen, sollten Sie das Babygrün besser direkt über dem untersten Blatt abschneiden.

Gesund(heit) fördern durch Microgreens

Eine Handvoll Microgreens
Haben Sie die Sprossen gepflanzt, sie zu Microgreens heranwachsen lassen und schliesslich geerntet, können Sie das Power-Grün für sich nutzen. Neben den schon erwähnten Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen stecken jede Menge Vitamine, Aminosäuren und Antioxidantien in den Microgreens. Während die kleinen Blätter des Fenchels zum Beispiel voller Flavonoide, Kieselsäure und ätherischen Ölen sind, finden wir in Alfalfa-Microgreens zahlreiche Vitamine. Dazu gehören Provitamin A, Vitamin B1, B2, B5, B6, B12, D, E und K, Folsäure sowie Flavonoide und Isoflavone. [6] Die Keimlinge von Erbsen bieten dagegen die Vitamine Provitamin A, Vitamin B1, B2, B6 und C sowie alle essentiellen Aminosäuren.

Jedes dieser wertvollen Inhaltsstoffe hat eine besondere Wirkungsweise. Diese kann zur Gesundheitsförderung sowie zur Gesunderhaltung eingesetzt werden. So können Sie mit Microgreens zum Beispiel Ihr Immunsystem stärken oder die Darmgesundheit bzw. andere wichtige Organe in deren Funktion unterstützen. Wie genau das funktioniert und welche wichtigen Aufgaben Vitamine, Antioxidantien, Aminosäuren und Co. dabei übernehmen, lernen Sie ebenfalls in unserer Fernausbildung. In Modul 1 und 2 erfahren Sie zudem alles Wissenswerte rund um das Immunsystem, die Darmgesundheit sowie den Aufbau und Funktionen aller menschlichen Organe.

Wie Sie Microgreens in Ihre Ernährung integrieren können

Köstliche Suppe mit Microgreens obendrauf
Wie Sie Microgreens essen bzw. zu sich nehmen, ist Ihnen überlassen. Einige bevorzugen es, sie über Suppen, Salate, auf gegrilltes Fleisch oder über andere Gerichte zu streuen. Manche verzehren das Babygrün dagegen lieber im Smoothie, Quark oder Frischkäse.

Ihrer Fantasie sind hier im Grunde keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die Microgreens nach der Ernte direkt verzehrt oder nur für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden. So garantieren Sie nicht nur, dass Sie von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren. Je frischer Sie diese servieren, desto aromatischer ist auch der Geschmack. Einfrieren oder erhitzen sollten Sie die Microgreens übrigens auch nicht. Denn dadurch gehen die Nährstoffe verloren.

Microgreens – kleine Pflänzchen, grosse Wirkung

Hände formen ein Herz aus Microgreens
«Du bist, was Du isst.» Eine Aussage, in der viel Wahrheit steckt. Denn was wir essen, beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Leistung und vor allem unsere Gesundheit. Häufig wird der Einfluss der Nahrung aber leider unterschätzt. In der Fernausbildung zum ganzheitlichen Gesundheitsprofi lernen Sie, wie wichtig die Ernährung für die Gesundheit wirklich ist. In jedem Modul wird auf die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge eingegangen.

Zudem lernen Sie auch, wie die anderen Bereiche Ihres Lebens Ihre Gesundheit nähren und welche Rolle die Natur dabei spielt. Wenn wir beobachten, wie aus einem Samen grünes Leben entsteht, wie es wächst und gedeiht, beobachten wir sozusagen das Wunder des Lebens. Mit anderen Worten: Wir sehen das grosse Ganze oder besser gesagt – die Ganzheitlichkeit. Bestellen Sie sich jetzt die Infobroschüre, um Ihr ganz(heitlich)es Leben bzw. Ihre Gesundheit aktiv mitzugestalten. Bei Fragen können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.
[1] Zeisler, Marina; Teips, Josef; Lier, Alexander (2020). Superfood Assistant – Gesunder Lifestyle mit Sprossen und Microgreens. 8-9

[2] Huang H, Jiang, X, Xiao Z, Yu Lu et al. (2016). Red Cabbage Microgreens Lower Circulating Low-Density Lipoprotein (LDL), Liver Cholesterol, and Inflammatory Cytokines in Mice Fed a High-Fat Diet. J. Agric. Food Chem. 64 (48), 9161–9171 [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27933986/]

[3] Weber, Carolyn F (2016). Broccoli Microgreens: A Mineral-Rich Crop That Can Diversify Food Systems. Department of Biological Sciences, Idaho State University, Pocatello [https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnut.2017.00007/full]

[4] Van den Ber, Agnes E et al. (2010). Allotment gardening and health: a comparative survey among allotment gardeners and their neighbors without an allotment. Environmental Health volume 9, Article number: 74 [https://ehjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/1476-069X-9-74]

[5] Wanitschek Anne; Vigl, Sebastian (2021). Gesund mit Micorgreens. 8-11

[6] Wanitschek Anne; Vigl, Sebastian (2021). Gesund mit Micorgreens. 107
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