Aus holistischer Sicht ist eine Erkältung häufig mehr als nur eine lästige Unterbrechung des Alltags. Sie kann als sanfte Einladung verstanden werden, einen Gang zurückzuschalten, hinzuhören und dem Körper Raum zur Regeneration zu geben.
In diesem Artikel nehmen wir dich mit in die Welt der traditionellen Hausmittel. Wir zeigen dir, wie Omas natürliche Helfer dich in dieser Phase unterstützen können – vom besseren Verständnis der körperlichen Prozesse bis hin zu wohltuenden Anwendungen für den Alltag.
Entdecke ausserdem unser Goodie „Vitamin-C-Power bei Erkältung“ mit ausgewählten Lebensmitteln, die dein Immunsystem auf natürliche Weise stärken.
Was passiert bei einer Erkältung im Körper?
Unser Körper wird tagtäglich mit einer Vielzahl von Bakterien und Viren konfrontiert. Zum Glück verfügt er über ein körpereigenes Abwehrsystem – das Immunsystem – das uns vor solchen Eindringlingen schützt.
Doch von Zeit zu Zeit können Erkältungsviren in die Atemwege eindringen und z. B. eine Infektion auslösen. Das Immunsystem reagiert daraufhin schnellstmöglich, um die Erreger zu bekämpfen. Dazu nutzt es verschiedene Mechanismen, zum Beispiel eine verstärkte Produktion von Flüssigkeit und Schleim in den Schleimhäuten. Das zeigt sich häufig durch Symptome wie eine laufende Nase, Husten, Halsschmerzen, Fieber oder Müdigkeit. Doch nicht nur der Körper reagiert.
Auch mental kann eine Erkältung belastend sein und das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug verstärken.
Faktoren wie eine unausgewogene Ernährung, mangelnde Bewegung oder anhaltender Stress können das Immunsystem zusätzlich schwächen. Umso wichtiger ist es, generell auf einen gesunden Lebensstil zu achten.

Wie unterstützen Erkältungshausmittel den Heilungsprozess?
Erkältungen können jeden treffen und gehören zum Leben dazu. Zum Glück hat Oma immer ein paar bewährte Hausmittel parat, die guttun und Linderung verschaffen können. Sie wollen nichts erzwingen oder unterdrücken, sondern den Körper in dieser Phase begleiten.
Viele dieser Hausmittel entstammen einem reichen Erfahrungsschatz und entfalten ihre Wirkung auf ganzheitliche Weise. Sie fördern die Durchblutung, beruhigen gereizte Schleimhäute, unterstützen Stoffwechselprozesse oder schenken dem Nervensystem wohltuende Entspannung. Zugleich stärken sie das Gefühl von Selbstfürsorge – ein Aspekt, dessen Bedeutung für den Heilungsverlauf nicht zu unterschätzen ist.
Als sanfte Begleiter haben Hausmittel daher bis heute ihren festen Platz: gerade weil sie Körper, Geist und das menschliche Bedürfnis nach Zuwendung gleichermassen ansprechen.
Schlaf & Ruhe – warum ist Erholung jetzt so wichtig ist?
So simpel es klingt, Schlaf ist eines der wirkungsvollsten „Hausmittel“ bei einer Erkältung. Während wir schlafen, laufen zentrale Regenerationsprozesse ab: Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, Zellen werden repariert und Entzündungen reguliert. Eine ruhige, entspannte Schlafumgebung kann diese Erholungsprozesse zusätzlich unterstützen.
Achte in dieser Zeit darauf, möglichst früh ins Bett zu gehen, in einem dunklen und ruhigen Raum zu schlafen und das Schlafzimmer vor dem Zubettgehen noch einmal gut zu lüften.

Auch bewusste Ruhe ist ein wichtiges Hausmittel bei einer Erkältung und sollte nicht unterschätzt werden. Während des Heilungsprozesses braucht der Körper Entlastung, um seine Energie gezielt für die Genesung einsetzen zu können. Erlaube dir daher Pausen ohne schlechtes Gewissen und verschiebe Termine, wenn möglich. Auf intensive körperliche Belastung solltest du in dieser Zeit verzichten, um den Körper nicht zusätzlich zu fordern.
Wärme als wohltuender Begleiter bei Erkältungen
Wärme spielt bei Erkältungen eine zentrale Rolle. Sie fördert die Durchblutung, entspannt die Muskulatur und signalisiert dem Körper Sicherheit. Wärme kannst du deinem Körper auf unterschiedliche Art und Weise schenken:
Hühnersuppe

Die klassische Hühnersuppe ist nicht ohne Grund ein fester Bestandteil vieler Familienrezepte bei Erkältungen. Sie liefert Flüssigkeit, Elektrolyte, leicht verdauliche Nährstoffe und wirkt von innen wärmend. Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Bestandteile der Suppe entzündungshemmend wirken können. Ganzheitlich betrachtet ist sie vor allem eines: stärkend und nährend, besonders, wenn der Appetit reduziert ist.
Warme Getränke

Ein Klassiker aus Omas Küche bei einer Erkältung ist der warme Tee. Besonders bewährt haben sich:
- Kräutertees aus Thymian, Salbei oder Lindenblüten
- Ingwertee, frisch aufgebrüht, wärmend und anregend
- Holunderblütentee, traditionell bei beginnenden Erkältungen
Wichtig ist, die Getränke lauwarm zu trinken, um die Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen.
Erkältungsbad

Ein warmes Bad kann bei Frösteln, Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein wohltuend wirken. Ätherische Öle oder Kräuterzusätze können die Wirkung zusätzlich unterstützen. Gerade in der Erkältungszeit wird ein Erkältungsbad so zu einer kleinen Auszeit, die Spannungen löst und den Körper dazu einlädt, loszulassen und zur Ruhe zu kommen.
Ernährung bei Erkältung
Um die körpereigenen Abwehrkräfte optimal zu stärken, ist es wichtig, den Körper ausreichend mit Proteinen sowie Vitaminen, Spurenelementen und weiteren Mikronährstoffen zu versorgen. Am besten gelingt das durch eine ausgewogene Ernährung mit nährstoffreichen Lebensmittel, die den Körper auch während einer Erkältung wohltuend stärken.
Geeignete Beispiele sind:
- Nüsse und Samen wie Kürbis-, Sonnenblumen-, Lein- und Chiasamen
- Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
- Fettreicher Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering
- Gemüse wie Karotten, Süsskartoffeln, Spinat
- Obst wie Beeren und Zitrusfrüchte
Extra-Tipp: Für einen wohltuenden Effekt, empfiehlt es sich, die genannten Lebensmittel zu leichten, warmen Mahlzeiten zu verarbeiten wie Suppen und Eintöpfen, gedünstetem Gemüse oder Haferbrei mit Obst.
Vitamin C Power von innen
In unserer Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater lernst du, dass Vitamin C eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Vitamin C (L-Ascorbinsäure) zählt zu den Antioxidantien. Es schützt die Zellen vor freien Radikalen und unterstützt dadurch die natürliche Immunabwehr.
Besonders reich an Vitamin C sind zum Beispiel:
- Acerolakirsche, Hagebutte, Sanddornbeere und schwarze Johannisbeere
- Zitrusfrüchte wie Zitrone und Orange
- Wildgemüse wie Brennnessel, Sauerampfer und Bärlauch
- viele Gemüsesorten, insbesondere Paprika, Brokkoli und Grünkohl

Honig bei Husten
Honig wird seit Generationen bei Husten und Halsschmerzen eingesetzt. Er wirkt antibakteriell, legt sich schützend über die Schleimhäute und kann den Hustenreiz lindern. Besonders abends eingenommen, kann er zu einem ruhigeren Schlaf beitragen.
Zwiebelsirup
Der Zwiebelsirup ist eines der bekanntesten Hausmittel bei Husten. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die traditionell bei Atemwegsbeschwerden genutzt werden. Dazu musst du nur eine Zwiebel klein schneiden, mit Honig mischen und den Saft etwas ziehen lassen. Danach kannst du ihn löffelweise einnehmen.
Inhalieren, Gurgeln & Nasendusche
Das Inhalieren mit einem Inhalator oder über einem Wasserbad ist ein bewährtes Hausmittel, das besonders bei Schnupfen, festsitzendem Husten und gereizten Bronchien eingesetzt wird. Bereits reiner Wasserdampf kann die Schleimhäute befeuchten, Sekret lösen und das Abhusten erleichtern.
Dafür kannst du heisses Wasser in ein hitzebeständiges Gefäss füllen. Anschliessend den Kopf mit einem Handtuch bedecken und vorsichtig über den Dampf halten für ca. 5–10 Minuten. (Achtung: Nicht zu nah herangehen, um Verbrennungen zu vermeiden.) Die Anwendung kann mehrmals täglich wiederholt werden.
Optional kannst du unbehandeltes Salz, ätherische Öle oder frische/getrocknete Pflanzenteile hinzufügen:
- Eukalyptus- und Pfefferminzöl können die Atemwege befreien
- Thymian und Kamillen wirken beruhigend auf die Schleimhäute
- Unbehandeltes Salz kann reinigend und leicht desinfizierend wirken
Wichtig für die Anwendung mit ätherischen Ölen:
Vermenge 1-2 Tropfen ätherische Öle mit etwas Salz und gebe dieses Gemisch anschliessend in das heisse Wasser. Kinder sollten beim Inhalieren niemals unbeaufsichtigt sein.

Gurgeln mit Salzwasser und die Anwendung einer Nasendusche sind einfache, aber wirkungsvolle Hausmittel bei einer Erkältung. Beide Methoden helfen dabei, die Schleimhäute sanft zu reinigen, Entzündungen zu lindern und festsitzendes Sekret zu lösen. Während Salzwasser-Gurgeln besonders bei Halsschmerzen wohltuend wirkt, kann eine Nasendusche die Nasennebenhöhlen entlasten und so dazu beitragen, die Atemwege sauber zu halten und die Ausbreitung von Krankheitserregern zu reduzieren.
Wickel & Auflagen
Ein weiterer bewährter Tipp aus Omas Hausapotheke sind Wickel und Auflagen. Sie zählen zu den bekanntesten Hausmitteln und lassen sich gezielt bei verschiedenen Erkältungssymptomen einsetzen.
Hals- und Brustwickel
Ein feuchtwarmer Halswickel kann bei Halsschmerzen wohltuend wirken. Er fördert die Durchblutung und unterstützt die lokalen Abwehrprozesse. Hierzu kannst du ein Baumwolltuch in warmem Wasser tränken, auswringen und um den Hals legen. Im Anschluss mit einem trockenen Tuch fixieren und für 20–30 Minuten wirken lassen.
Bei Husten können warme Brustwickel entlastend wirken. Die Wärme kann das Atmen erleichtern und den Hustenreiz mildern. Die Anwendung entspricht der eines Halswickels, nur wird das feuchtwarme Tuch auf der Brust platziert und ebenfalls mit einem trockenen Tuch abgedeckt.
Frische Luft
Ein oft unterschätzter Tipp bei Erkältung und Schnupfen ist frische Luft.
Gerade zu Beginn einer Erkältung tut es gut, die Räume mehrmals täglich kurz zu lüften. Klingen die Symptome bereits ab und besteht kein Fieber mehr, kann ein kleiner, sanfter Spaziergang an der frischen Luft zur Genesung beitragen.
Zusätzlich wirkt Bewegung im Freien stimmungsaufhellend und tut auch der Seele gut.

Fazit: Ganzheitlichkeit zählt
So hilfreich Hausmittel bei akuten Erkältungssymptomen auch sind, noch wirkungsvoller ist es, den Körper im Vorfeld ganzheitlich zu stärken, um einer Erkältung vorzubeugen. Denn das Immunsystem ist kein isoliertes System: Es reagiert sensibel auf unseren Lebensstil, unsere Ernährung, unseren Schlaf und den Umgang mit Stress.
Ausreichend Schlaf gibt dem Körper die Möglichkeit, sich zu regenerieren und Abwehrzellen zu bilden. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung versorgt ihn mit wichtigen Vitaminen, Spurenelementen und Energie. Regelmässige Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, fördert die Durchblutung und unterstützt die Stoffwechselprozesse, während bewusste Entspannung dabei hilft, Stress abzubauen.
Ganzheitliche Vorbeugung bedeutet für uns als Akademie auch, die Signale des Körpers wahrzunehmen und ernst zu nehmen: Müdigkeit, Erschöpfung oder häufige Infekte können Hinweise darauf sein, dass das innere Gleichgewicht aus der Balance geraten ist. Wer frühzeitig gegensteuert, kann den Körper sanft unterstützen und seine Widerstandskraft langfristig stärken. Mehr dazu findest du hier.
Genau hier zeigt sich, dass Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit. Sie entsteht im Zusammenspiel vieler Faktoren und lässt sich bewusst gestalten.

