Ernährung

Gesund kochen

Meine Liebe für das Kochen und für die Gesundheit hat zunächst etwas zögerlich angefangen. Ich habe in kleinen Schritten meine Ernährung umgestellt und heute ist mir das gesunde Kochen von grosser Bedeutung. Finden Sie heraus, wie ich meine Leidenschaft in den Alltag integriere.


Ich liebe es, Kochbücher zu studieren. Und natürlich auch gesund zu kochen. Das machen aber nicht alle Menschen leidenschaftlich gerne. Aber: Alle wollen gesund sein. Und schlank. Und gut aussehen. Und einen zarten Teint haben. Und schöne Haare. Und strahlende Augen. Was eigentlich einfach ist, wenn man nur ein paar Regeln berücksichtigt ... Wirklich? Wirklich! Wer gesund lebt und gesund isst, kann das ALLES erreichen. Und noch mehr: Denn frisch und gesund essen ist sogar Anti-Aging!

Wenn man allerdings in die Details geht, wird die Sache ein wenig schwieriger. Denn die guten und einfach klingenden Ratschläge lassen sich nicht immer so einfach in die Tat umsetzen. Es gilt, alle Suchtneigungen in den Griff zu bekommen (Nikotin, Alkohol, Zucker), sich viel zu bewegen, viel an der frischen Luft und in der Sonne zu sein und viele natürliche Vitamine in Form von gesundem Essen zu sich zu nehmen. Spätestens jetzt blickt man als Ernährungsberaterin in perplexe, wenn nicht sogar erschrockene Gesichter: „Wie soll ich das denn in die Tat umsetzen? So viel auf einmal ... das schaffe ich nie!“, denkt sich der Ratsuchende und ist bereit, den gesunden Lebensstil aufzugeben, noch bevor er ihn begonnen hat.


Als ich vor ein paar Jahren wegen einiger Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten anfing gesund zu leben, habe ich das organisiert und in kleinen Schritten gemacht. Das kann man jedem weiterempfehlen. Denn niemand schafft es, innerhalb weniger Tage seinen Lebensstil total umzukrempeln.

Wenngleich es einige Dinge gibt, die man rasch und einfach in den Alltag einbauen kann. Dazu gehört auch viel Bewegung, und das wenn möglich an der frischen Luft. Statt täglich das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zu verwenden, geht man den Weg oder Teilstrecken zur Arbeit zu Fuss oder fährt mit dem Rad.

Und was das gesunde Essen anbelangt, so ist es eigentlich auch einfach in den Alltag einzubauen. Bevor man schlaue Einkaufslisten anlegt (meine befinden sich im Mobiltelefon, so kann ich sie jederzeit updaten), holt man sich in Kochbüchern und auf Internetseiten Inspiration. Und das Einkaufen gehen nach der Arbeit bringt weitere Bewegung ins Leben. So machen es die eleganten Pariserinnen und bleiben dabei schlank und fit. Man folgt den herrlichen Farben und Düften der reifen Früchte am Markt oder im Bioladen, vergleicht Angebote, lässt sich von netten Verkäufern beraten und ... schlägt zu!


Daheim hält man idealerweise eine Stunde inne. Abschalten ist angesagt, wenn möglich auch das Mobiltelefon. Falls Kinder zu Hause sind, ihre Tageserlebnisse erfragen, wenn sie traurig oder besorgt sind, sie unterhalten und beruhigen. Tee mit ihnen trinken und ihnen nette Geschichten erzählen.

Erst danach geht es ans gesunde Kochen, das man – egal, ob man alleine oder in Gesellschaft von lieben Menschen isst – als Höhepunkt des Tages betrachten sollte. Ich höre während des Kochens Musik, was die kreative Arbeit anregt und verschönt. Gesund kochen ist für mich mehr als das Zubereiten gesunder Lebensmittel: Wenn in der Bratpfanne in köstlichstem Öl Zwiebeln, Knoblauchstücke, Paprika, Tomaten und Champignons sanft braten und herrlichste Aromen verströmen, überkommt mich ein grosses Glückgefühl. Und während es in der Pfanne brät und schmort, nutze ich die Zeit, um einen prachtvollen Salat zuzubereiten.

Wie soll man sich nun einen prachtvollen Salat vorstellen? Prunkvoll und farbenfroh! Als Basis verwendet man grüne Blattsalate, die man mit saison-aktuellen Stücken ergänzt: mit blauen Zwiebeln, Radieschen, Möhren, Tomaten. Alles grosszügig mit wunderbar schmeckendem, kaltgepressten Öl übergiessen und mit Zitronensaft oder Balsamico-Essig abschmecken. Mit frisch gehackten Kräutern, Sauce Medici und/oder Nüssen und Sonnenblumenkernen anrichten und als Vorspeise an einem schön gedeckten Tisch geniessen.

Danach das Hauptgericht servieren. Wer in Gesellschaft von Familie oder Freunden ist: unbedingt die Zeit für ein gemütliches Beisammensein nutzen, erzählen, zuhören und geniessen!

Und was macht man mit den Essensresten? Da es in Betriebskantinen selten gutes und gesundes Essen gibt: im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag in die Arbeit mitnehmen. Vielleicht wird der eine oder andere Arbeitskollege zum Nachahmen angeregt. Oder noch besser: Der Chef richtet eine Bio-Gemeinschaftsküche ein.

Gabriele Liechtenstein, Bloggerin, mediciandmore.com