Achtsam essen nach Intuition

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Intuitives Essen – ein Paar beim Einkaufen

Gastbeitrag von unserer Studentin Natalia A.

Sie möchten abnehmen, fragen sich jedoch, wie Sie das am besten angehen sollen? Denn eines ist klar: Sie möchten keine einseitige Crash-Diät, mit der man letztendlich der Gesundheit schadet. Möchten Sie stattdessen lernen, bewusst und intuitiv auf Ihren Körper zu hören? Dann ist dieser Artikel genau richtig für Sie. Unsere Studentin Natalia A. schreibt darüber, wie Ihnen Ihre Intuition dabei helfen kann, in ein gesundes Essverhalten zu finden – und Sie so gesund abnehmen und nachhaltig Ihr Wohlfühlgewicht halten können.

Letztendlich geht es nämlich um die Entwicklung «gesünderer» Gewohnheiten und damit zu einem Zurückfinden zu Ihrer (von Zucker, industriell verarbeiteter Nahrung und Geschmacksverstärkern verschütteten) Intuition, was Ihrem Körper wirklich gut tut.

Intuitives Essen – was ist das?

Frau mit Müslischale

Viele Menschen haben (nicht zuletzt durch Diäten bedingt) über die Jahre hinweg ein «normales» Verhältnis zum Essen verloren. Dem gilt es entgegenzuwirken und vorzubeugen. Intuitive Ernährung ist ein evidenzbasierter Ansatz zum Essen. Er wurde ursprünglich entwickelt, um Menschen dabei zu helfen, wieder in Einklang mit den einzigartigen Bedürfnissen ihres Körpers zu kommen, anstatt sich auf äussere Ernährungsregeln zu verlassen, die bestimmen, was, wann und wie viel sie essen dürfen oder sollen. Wer jemals eine Diät gemacht hat, weiss wahrscheinlich, wie schwierig es sein kann, die «Diät-Regeln» wieder aus dem Kopf zu bekommen – selbst wenn man nicht mehr aktiv versucht, Gewicht zu verlieren. Wer kennt es nicht, fast automatisch Lebensmittel in Gut und Böse zu unterteilen (schlechte Kohlenhydrate, Fett ist ungesund, bloss kein Zucker etc.)? Oder im Geiste immer noch Punkte und Kalorien zu überschlagen. Intuitiv ist dies jedenfalls nicht.

Beim Konzept der intuitiven Ernährung ist das ultimative Ziel, seine innere Weisheit zu nutzen, um zu entscheiden, was, wann und wie viel man essen «soll», und nicht nach äusseren Regeln zu entscheiden, wie «kein Essen nach 18 Uhr» oder «keine raffinierten Kohlenhydrate erlaubt».

Mit anderen Worten: Beim intuitiven Essen geht es darum, auf die Hunger- und Sättigungssignale des Körpers zu hören. Zudem geht es vor allem auch um den Faktor: «Was tut mir wirklich gut? Was möchte mein Körper gerade?» Und dies kann eben auch Schokolade oder Chips sein, denn beim intuitiven Essen gibt es keine verbotenen Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen. Und auch keine verbotenen Essenszeiten. Das mag für viele, die vielleicht jahrelang Low Carb, keto oder nach Punkten und Kalorien gelebt haben, erstmal befremdlich erscheinen – aber oft auch befreiend. Befreiend, weil Brot wieder erlaubt ist, oder abends essen, oder mehr essen als 1600 Kalorien.

Intuitives Essen kann dabei helfen, sich von zwanghaften Essensregeln und Diäten zu befreien und mehr Raum für genussvolles Essen ohne schlechtes Gewissen zu schaffen.

Gibt es denn beim Intuitiven Essen keine Regeln?

Doch, die gibt es auch. Allerdings sind dies Regeln ganz anderer Art. Es sind Regeln, die dabei helfen sollen, wieder zurück zu seinem ursprünglichen Hunger- und Sättigungsgefühl zurück zu finden und damit zu einem entspannten und natürlichen Umgang mit Essen.

Darum geht es beim intuitiven Essen:

Frau vor dem Kühlschrank

Hey Hunger: Essen Sie, wenn Sie körperlich hungrig sind.

Frau mit Donuts in der Hand

Keine Verbote: Essen Sie, was Ihnen gut tut und schmeckt.

Frau in der Küche am Essen

Ohne schlechtes Gewissen: und mit Genuss.

Salatschüssel

Mit Achtsamkeit: Nehmen Sie sich Zeit.

Hand vor dem Bauch

Spüren Sie Ihr Sättigungsgefühl: Sie sollen weder hungrig sein, noch sich vollgestopft fühlen.

Frau mit ausgestreckten Armen
Selbstliebe und Achtsamkeit: Respektieren und akzeptieren Sie Ihren Körper.
Gemüse und Früchte auf dem Tisch
Unterstützen Sie Ihre Gesundheit: Die Erhaltung Ihrer Gesundheit ist wichtiger als das Erreichen eines Idealgewichts.
Frau beim Joggen
Seien Sie aktiv: Bewegung tut Körper, Seele und Geist gut. Versuchen Sie Bewegungen zu finden, die Ihnen Spass machen.

Und dann nehme ich ab, wenn ich mich intuitiv ernähre?

Frau auf der Waage

Ja und nein. Ja, denn die Pfunde können tatsächlich anfangen, langsam und quasi nebenbei zu purzeln, wenn man anfängt, bewusst danach zu gehen: «Was tut mir gut? Welche Lebensmittel tun mir und meinem Körper gut? Wann fühle ich mich fit, wann nicht?» Und wenn man beginnt, bewusst auf seine Hunger- und Sättigungssignale zu achten. Dies führt vielleicht sogar dazu, seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu ändern, die schliesslich zum Übergewicht geführt haben. Oft setzt man sich durch bewusst intuitives Essen das erste Mal wirklich bewusst mit sich selber und seiner Ernährung auseinander, anstatt unreflektiert irgendwelchen Diätregeln für kurze Zeit zu folgen.

Ein Nein ist aber auch möglich. Denn das Ziel beim rein intuitiven Essen ist nicht das Erreichen eines Idealgewichts, sondern das sich Loslösen von zwanghaftem Diät-Denken und Essverhalten. Das Ziel ist ein natürliches, ungezwungenes, achtsames Verhältnis zu Nahrung und seinem Körper – egal welches Gewicht man hat. Viele Verfechter der Intuitiv-Essen-Methode gehen sogar noch einen Schritt weiter und lehnen den alleinigen Wunsch, Abnehmen zu wollen, rigoros als Diät-Gedanke ab.

Tipps, wie gesundes Abnehmen mit Hilfe Ihrer Intuition funktionieren kann

Frau mit Tasse in der Hand
Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie zurück zu einer gesunden Intuition zurückfinden und damit auch gesund und nachhaltig abnehmen können:

  1. Versuchen Sie, die Regeln des intuitiven Essens zu begreifen und zu verinnerlichen. Lösen Sie sich von dem Gedanken, Lebensmittel in Erlaubt und Verboten, Gut und Böse einzuteilen. Wenn Ihnen nach Kohlenhydraten ist, dann essen Sie sie! Wahrscheinlich benötigt sie Ihr Körper gerade. Versuchen Sie hier, typische Diätregeln und -muster loszulassen. Alles ist erlaubt!

  2. Versuchen Sie vor allem, Ihr eigenes Hunger- und Sättigungsgefühl wiederzufinden. Dabei hilft gerade am Anfang langsames und bewusstes Essen. Versuchen Sie besonders am Anfang, unachtsames Essen im Vorbeigehen zu meiden. Wenn Sie Lust auf einen Schokoriegel oder Chips haben, dann ist dies erlaubt. Versuchen Sie diesen Snack dann wirklich auch zu geniessen, nicht einfach so nebenbei aus Gewohnheit zu essen. Einfach geniessen, ohne schlechtes Gewissen. So mindern sich Heisshungerattacken und Binge-Eating im Laufe der Zeit, da es keine verbotenen Sachen mehr gibt.

  3. Machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn alles am Anfang noch nicht so gut klappt. Das ist nicht schlimm. Das Ziel ist vor allem, wieder zu einem gesundem Verhältnis zum Essen zu finden.

  4. Trinken Sie auch genug. Oft verwechseln wir Hunger mit Durst.

  5. Versuchen Sie Alternativen zu finden: Was kann Ihnen gut tun, wenn Sie sich traurig, gestresst, gelangweilt oder unter Druck fühlen und normalerweise die Gewohnheit hatten, in solchen Situationen zu essen? Ein Spaziergang? Ein kleines Nickerchen? Ein Tee? Ein Glas Wasser? Ein Gespräch mit einer guten Freundin?

  6. Machen Sie sich mit gesunder, nährstoffreicher Ernährung vertraut. Gesunde Kohlenhydrate und Ballaststoffe, hochwertige Proteine, wertvolle Fette – was braucht ein Körper, um gut gesättigt und genährt zu sein? Werden Sie hier ruhig auch kreativ und probieren Sie neue Rezepte aus. Versuchen Sie, neue gesündere Lieblingsrezepte und -snacks zu finden.

  7. Lernen Sie auf Ihren Körper zu hören und in sich hineinzufühlen, wie er sich nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel und Mahlzeiten fühlt. Wie fühlen Sie sich (ganz losgelöst von Schuldgefühlen, denn ALLES ist erlaubt) nach einer Fertigpizza? Wie fühlen Sie sich nach einer selbstgemachten Pizza aus Dinkelmehl belegt mit viel frischem Gemüse und hochwertigen Proteinen? Merken Sie einen Unterschied? Versuchen Sie, Ihre künftigen Essens-Entscheidungen genau danach zu treffen: «Durch welche Nahrung fühle ich mich fit, energiegeladen, gut? Durch welche Nahrung fühle ich mich träge, müde, direkt wieder hungrig?» Und eben nicht danach, ob sie Ihnen beim Abnehmen helfen oder nicht.

Und zu guter Letzt: Ein “Reset” kann helfen

Frau auf dem Markt mit Tomate in der Hand
Intuitives Essen soll letztlich darauf hinauslaufen, dass man zu einem entspannten, neutralen Verhältnis zum Essen und zu seinem Gewicht findet. Dass man endlich OHNE Diät leben kann – ohne Low Carb, ohne Keto, ohne Kalorienzählen. Doch jetzt kommt noch ein Haken zum Schluss. Wie schon in der Einleitung beschrieben, ist unsere Intuition, was unserem Körper wirklich gut tut, verschüttet durch jahrelangen Konsum von Zucker, industriell verarbeiteter und nährstoffarmer Nahrung und anderen ungesunden Ernährungsgewohnheiten. Und da ist es oftmals nicht einfach, die Stimme seiner Intuition wahrzunehmen. Bestes Beispiel ist der Zucker: Je mehr raffinierten Zucker wir zu uns nehmen, desto mehr verlangt unser Körper weiteren Zucker. Unsere Intuition will also Zucker! Solche Kreisläufe erschweren es, wirklich zu der ungetrübten Intuition des Körpers zurückzufinden. Auch wenn es bei der intuitiven Ernährung keine verbotenen Lebensmittel gibt, kann es helfen, sich bewusst mit seiner Ernährung – vor allem auch seinem Zuckerkonsum – auseinanderzusetzen und darauf zu schauen, ob der Körper überhaupt alle benötigten Nährstoffe erhält, die er braucht. Sonst zeigt er Hunger an, obwohl er schon etliches an «leeren» Kalorien intus hat. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche setzen gerne Detox-Tage an, manche verzichten komplett auf Zucker, andere ersetzen einfach allmählich raffinierten Zucker und nährstoffarme Lebensmittel durch gesündere Alternativen. Dies ist eine Typsache und auch hier kann ein «in sich hineinfühlen» sehr helfen. Denn letztlich kann ein Körper, der gut mit wertvollen Nährstoffen, Sauerstoff, Bewegung, Liebe und Achtsamkeit versorgt ist und dabei gleichzeitig mit möglichst wenig raffiniertem Zucker, stark industriell verarbeiteten und nährstoffarmen Lebensmitteln belastet ist, viel leichter zu einer gesunden Intuition zurückfinden. Und mit einer guten Intuition lässt es sich viel leichter nachhaltig, gesund und vor dauerhaft abnehmen – ganz ohne Diäten und Diätregeln.
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    1 Kommentar
    1. Ich habe schon viel probiert um vom Gewicht etwas runter zu kommen. Leider alles vergebens. Werde auch das versuchen, schaden kann es nicht.

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