Aufbau und Funktionen des Darms

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Frau hält eine Grafik von einem lächelnden Darm in der Hand
Der Darm des Menschen ist ein weithin unterschätztes und äusserst faszinierendes Organ. Er erfüllt eine Vielzahl von Funktionen, darunter die Nährstoffaufnahme, die Verdauung und die Ausscheidung von Verdauungsresten inkl. Giftstoffen. Als wahres Wunderwerk ist der Darm nicht nur zuständig für die Nährstoffaufnahme, sondern schützt uns auch. Er trägt zudem viel mehr zu Krankheit und Gesundheit bei, als Ihnen vielleicht bewusst ist. Wie genau beeinflussen Aufbau und Funktion des Darms die Gesundheit des Menschen? Welche Darmabschnitte gibt es überhaupt? Und wie gelangen wichtige Stoffe aus der Nahrung letztendlich in unseren Körper?

Anatomie und Aufbau des Darms

Anatomie des Darms
Generell spielt die Anatomie des menschlichen Körpers eine wichtige Rolle, um den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu verstehen. Allein das Verdauungssystem besteht aus zehn Organen. Deshalb ist dieses Thema eines der ersten, das Sie in unserer Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater lernen. Besonders interessant ist hier der Aufbau des Darms:

Der menschliche Darm setzt sich im Wesentlichen aus Dünndarm und Dickdarm zusammen. Der Dünndarm erstreckt sich vom Magenausgang bis zur Ileozäkalklappe, einem funktionellen Verschluss zwischen Dünndarm und Dickdarm. Insgesamt ist der Dünndarm je nach Person zwischen etwa drei bis sieben Meter lang und hat einen Durchmesser von ungefähr 2,5 cm. Die Länge teilen sich die drei Abschnitte des Dünndarms:

  • Zwölffingerdarm
  • Leerdarm
  • Krummdarm

Der Zwölffingerdarm ist im oberen Bauchraum zu finden, die beiden anderen Abschnitte sind im Unterbauch platziert. Grösstenteils ist der Dünndarm sehr beweglich. Das liegt an der besonderen Art der Befestigung. Die beiden grösseren Abschnitte Leer- und Krummdarm hängen an einem Band. Dieses wird als Mesenterium bezeichnet. Es geht von der Rückwand der Bauchhöhle aus und besteht aus Bindegewebe und Fett. Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse sind Nebenorgane des Verdauungssystems, die eng mit dem Dünndarm verbunden sind.

Der Dickdarm ist etwa 1,5 Meter lang, wesentlich weiter und besteht ebenfalls aus mehreren Teilen:

  • Blinddarm
  • Grimmdarm
  • Mast- bzw. Enddarm

Der Blinddarm ist der kürzeste, aber gleichzeitig auch der weiteste Darmabschnitt. Der obere Teil geht ohne deutliche Grenze in den Grimmdarm über [1].

Das Ende des menschlichen Darms bildet der Analkanal am After. Im Modul 2 der Fernausbildung wird noch näher auf das Verdauungssystem und damit auf Aufbau und Funktion des Darms eingegangen.

Welche Funktionen haben die einzelnen Darmabschnitte?

Dickdarm und Dünndarm
Obwohl Dünn- und Dickdarm unterschiedliche Funktionen haben, sind sie eng miteinander verbunden und voneinander abhängig. Im Dünndarm wird der vom Magen vorverdaute Nahrungsbrei weiter verdaut. Nachdem der Nahrungsbrei verdaut wurde, haben die Nährstoffe engen Kontakt mit der Darmoberfläche und können aufgenommen werden. Diesen Vorgang nennt man Resorption. Übrigens: Wie Ihre Ernährung die Nährstoffaufnahme beeinflusst, lernen Sie ebenfalls in unserer Fernausbildung.

Durch die peristaltischen Bewegungen der Dünndarmwand wird der Darminhalt Richtung Dickdarm geschoben. Im Dickdarm angekommen, sorgen Schleimdrüsen dafür, dass aus dem Speisebrei Kot entsteht. Die Funktion des Dickdarms besteht also darin, Salze und Wasser zu entziehen sowie Schleim beizumengen, um den Speisebrei einzudicken und ihn als Kot gleitfähig zu machen. So wird der Darminhalt von beispielsweise 1’500 ml Speisebrei zu Beginn auf 200 ml Stuhl reduziert. Dieser Vorgang ist wichtig, um den Körper mit ausreichend Wasser und Elektrolyten zu versorgen. Bei Durchfall zum Beispiel wird zu viel Wasser ausgeschieden. Als Resultat kommt es häufig zu einer Dehydration.

Des Weiteren werden im Dickdarm unzählige Stoffe produziert, zum Beispiel B-Vitamine und Vitamin K. Dafür verantwortlich sind die im Dickdarm lebenden Mikroben, insbesondere Bakterien. Es sind über 1000 verschiedene darmbewohnende Bakterienarten bekannt. Von denen trägt ein durchschnittlicher Mensch aber höchstens ein paar Hundert in seinem Darm. Zusammengefasst werden alle im Darm vorkommenden Mikroorganismen Darmflora genannt [2].

Was genau passiert mit der Nahrung, die wir zu uns nehmen?

Verdauung im Darm
Enzyme im Dünndarm zerlegen Nahrungsbestandteile wie Eiweisse, Fette und Kohlenhydrate in ihre Einzelteile: Aminosäuren, Fettsäuren und Zucker. Gebildet werden diese Enzyme in den Speicheldrüsen im Magen und Mund sowie in der Bauchspeicheldrüse. Zu den Verdauungssäften kommen noch Darmsekret und Gallenflüssigkeit hinzu. Diese erleichtern den Enzymen die Spaltung der Nahrung. Darüber hinaus produzieren Magen und Darm Schleim, welcher die Enzyme davon abhält, die Schleimhäute anzugreifen.

Der Dünndarm beendet den Verdauungsprozess, nimmt Nährstoffe auf und leitet die Rückstände an den Dickdarm weiter. Nahrungsbestandteile, die vorher nicht verdaut wurden, werden von den Mikroorganismen im Dickdarm weiter abgebaut. Schädigende Bakterien, die eingedrungen sind, werden von den im Darm ansässigen Mikroorganismen bekämpft. In der Theorie herrscht somit immer ein gesundes Klima im Darm. In der Praxis sieht das natürlich etwas anders aus. Eine unausgewogene Ernährung kann die Darmflora negativ beeinflussen und schwächen [3]. Unsere Fernausbildung beschäftigt sich daher auch mit den Mikroorganismen bzw. wie unsere Ernährung diese beeinflusst.

Darmschleimhaut als Schutzbarriere

Schutzbarriere gegen schädliche Mikroorganismen und Fremdsubstanzen
Beim Aufbau und der Funktion des Darms spielt die Darmschleimhaut eine lebenswichtige Rolle. Sie stellt ein hochspezialisiertes Abwehrsystem dar, welches die täglich Milliarden von Allergenen und Erregern daran hindert, Schaden anzurichten.

Als wichtige physikalische Barriere trennt die Darmschleimhaut das Körperinnere von der Aussenwelt. Sie können sich das wie eine Art schützende Firewall vorstellen. Die Zellschicht innerhalb der Darmschleimhaut unterscheidet und selektiert dann Erwünschtes von Unerwünschtem. Gewünschte Substanzen werden durchgelassen und gelangen so in den Körper. Zu diesen gehören zum Beispiel Wasser und Nährstoffe. Aufgrund der grossen Darmoberfläche werden wir damit optimal versorgt. Auf der anderen Seite hält die Darmschleimhaut als Schutzbarriere schädliche Stoffe davon ab, ins Körperinnere zu gelangen.

Eine gesunde Darmschleimhaut ist mit einer dicken Schleimschicht überzogen. Diese schützt den Darm vor enzymatischen, mechanischen und chemischen Einwirkungen. Sie sorgt dafür, dass zwischen Darmschleimhaut und Bakterien genügend Abstand ist, damit die ansässigen Immunzellen nicht ständig gereizt werden. Auf diese Weise werden auch entzündliche Prozesse verhindert. Darüber hinaus können bestimmte Zellen der Darmschleimhaut körpereigene Antibiotika bilden. Als „Waffen” des unspezifischen Immunsystems bekämpfen sie krankheitserregende Keime.

Die Darmzellen werden innerhalb von nur wenigen Tagen vollständig erneuert. Für solch eine grosse Stoffwechselleistung benötigt der Darm besondere Mikronährstoffe. Neben Vitamin A, Vitamin B2 und B12 gehören Zink, Niacin, Biotin sowie die Aminosäure L-Glutamin dazu. Darüber hinaus sind sogenannte Präbiotika wichtig für die Darmschleimhaut. Alle diese Stoffe sorgen dafür, dass die Darmschleimhaut als Schutzbarriere intakt bleibt [4].

Sie möchten eine gesunde Ernährung und Lebensweise spielerisch in Ihren Alltag integrieren? In den acht spannenden Kapiteln unseres Online-Kurses „Gesünder leben“ inkl. vielseitigem Bonusmaterial wie leckeren Rezepten, Kochvideos mit dem Starkoch Holger Stromberg und praktische Alltagstipps erfahren Sie, wie einfach das geht.

Darmerkrankungen

Frau mit Bauchkrämpfen
Funktioniert irgendein Abschnitt im Aufbau des Darms nicht richtig, kommt es zu Schwierigkeiten. Nach Herz-Kreislauf-Störungen gehören Erkrankungen der Verdauungsorgane zu den mit Abstand häufigsten Krankheiten unter der deutschen Bevölkerung. Umso wichtiger ist es, dass wir uns intensiver mit dem Aufbau und den Funktionen des Darms beschäftigen.

Doch welche Darmerkrankungen gibt es eigentlich? Viele! In der Regel werden diese durch Viren, Bakterien oder Essensunverträglichkeiten ausgelöst. Es gibt akute Darmerkrankungen, die z. B. mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und/oder Erbrechen einhergehen. Ebenso gibt es chronische Beschwerden. Die Ursache kann je nach Krankheit ganz unterschiedlich sein.

Für viele (Darm-)Erkrankungen ist ein durchlässiger Darm verantwortlich. Oft wird vom Leaky Gut gesprochen. Hier ist demnach die so wichtige Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestört. Infolgedessen können Toxine, Allergene, Viren und Bakterien aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Dort fördern diese unter Umständen systemische Entzündungen und Allergien. Leiden Sie an einem erhöht durchlässigen Darm, ist zudem die Aufnahme von Nährstoffen gestört. Auch bestimmte Enzyme werden vermindert gebildet. Mehr zum Thema Allergien lernen Sie in Modul 5 unserer Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungs- und Gesundheitsprofi.

Sie möchten mehr über unsere Fernausbildung erfahren? Dann bestellen Sie gerne unsere Gratis-Infobroschüre. Pluspunkt: Sie erhalten als Geschenk auch einen Ratgeber zum Thema Lebensmittelallergien und -intoleranzen.

Jetzt Darmprofi werden

Fernstudium Modul 2 Vorschau
Der Darm ist eher eines der unbeliebten Organe, über die kaum oder zumindest nicht gerne gesprochen wird. Das sollte sich jedoch ändern – vor allem, wenn Sie sich mehr mit den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigen. Die Fernausbildung der Akademie der Naturheilkunde setzt genau hier an. In sechs Modulen lernen Sie nicht nur die Anatomie des Menschen kennen, sondern auch, wie die Ernährung unsere Verdauungsorgane und Stimmung beeinflussen kann. Lassen Sie sich gerne persönlich von uns beraten. Wir freuen uns auf Sie!
https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/wir-sind-besiedelt-darmbakterien-beeinflussen-unsere-gesundheit-8036.php

Ferlitsch, Monika & Untersmayer-Elsenhuber, Elisabeth: Der Darm – Warum er so wichtig ist und wie er gesund bleibt. Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH, Wien 2021

Frohn, Birgit & Miehlke, Stephan: Faszination Darm. Funktionen verstehen, Probleme erkennen, Beschwerden behandeln. GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2018

Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2017

https://www.google.de/books/edition/Der_Darm/6I0zEAAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=funktion+des+darms&printsec=frontcover
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